Als die Informationen bunter wurden…

Ein Kunde aus dem öffentlichen Sektor möchte sein Intranet von SharePoint 2013 Server mit uns zu SharePoint 2016 Server migrieren. Eine der Anforderungen ist die Einhaltung aller Vorgaben durch die BITV 2.

Die BITV 2

Die BITV 2 ist die Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Die BITV wurde in ihrer ersten Version bereits 2002 eingeführt.

Jede Behörde muss seit 2005 diese Regelung einhalten, sobald sie Informationen digital veröffentlicht (im Internet oder Intranet, §1). Im Kern geht es darum, dass jeder Mensch – unabhängig von seinen potentiellen körperlichen Einschränkungen – in der Lage sein muss, das vollständige Angebot aufnehmen zu können (§2). Daraus ergibt sich, dass die gleichen Informationen auf verschiedene Art (z.B. als Bild und gleichzeitig als Text) angeboten werden müssen. Um Informationen zu verstehen, können alle Sinne eine Rolle in der Wahrnehmung spielen. Hilfsmittel wie Screenreader und Videos für Menschen mit Gehörlosigkeit wandeln diese in ein anderes sensorisches Format um.

Anforderungen aus der BITV hatten vor nicht langer Zeit die Konsequenz, dass öffentliche Webangebote grundsätzlich nicht besonders schick aussahen. Dies lag daran, dass viele Hilfsmittel damals noch nicht in der Lage waren, komplexe (Design-) Erweiterungen (z.B. in Flash oder JavaScript) zu „lesen“. Gleichzeitig hat die geringere Daten-Geschwindigkeit – sie betrug im Durchschnitt damals unter 3 MBit/s – dazu geführtdass weitestgehend auf Fotos und Bewegtbild seitens der Redakteure verzichtet wurde. Das Ergebnis war meist eine einfache, statische HTML Seite.

BITV 2 heute

Heute hat sich die Technik und auch die Erkenntnis auf allen Ebenen weiterentwickelt. Schon längst können die meisten Screenreader (wie z.B. Jaws oder SuperNova) Inhalte aus einem CMS auslesen. Das Tempo der meisten Internetanschlüsse in Deutschland hat sich seit Beginn des Jahrtausends mehr als versechsfacht, auf 16 MBit/s oder mehr im Download.

Die Grundregeln

Trotz dieser ganzen Fortschritte müssen zur Einhaltung der BITV 2 einige Grundregeln weiter beachtet werden. Hier im Überblick die wichtigsten Regeln aus der Verordnung:

  • Bilder und Videos sollten selbsterklärende und einfach zu verstehende Alternativtexte haben.
  • Unnötige Alternativtexte (wie z.B. bei wiederkehrenden Logos) sind dennoch zu vermeiden
  • Ein Redakteur muss sich umso mehr um eindeutige Formulierungen bemühen, dabei die richtigen Metadaten vergeben und die Felder entsprechend ausfüllen.
  • Alle zum Download angebotenen Dokumente müssen mit Titeln, Datei-Art und -Größe versehen sein.
  • Bei der Auswahl des Hintergrundes und der Grafiken muss der Designer auf einen ausreichenden Kontrast achten sowie nach Möglichkeit problematische Farbkombinationen direkt vermeiden (z.B. rot und grün)

Entwickler und Dienstleister wie die novaCapta ermöglichen den Hilfsmitteln, dass diese den Quelltext korrekt auslesen und umwandeln können. Der obligatorische, abschließende Test einer Site auf Barrierefreiheit verläuft angelehnt an die üblichen Prozesse im Software-Testing. Die Prüfung mit einem der genannten Screenreader oder in DGS (Deutscher Gebärdensprache, z.B. in Form eines eingebundenen Videos) ist ebenso notwendig. Die Prüfung ist so real wie möglich zu gestalten – auch wenn sie von Menschen ohne Behinderung vorgenommen wird.

Viele der zu testenden Aspekte umfassen jedoch „nur“ gute Usability nach ISO 9214 – und diese wurde für Menschen ohne körperliche Einschränkungen verfasst. Dazu gehört neben den sieben Grundsätzen

  • Aufgabenangemessenheit
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit
  • Erwartungskonformität
  • Fehlertoleranz
  • Steuerbarkeit
  • Individualisierbarkeit
  • Lernförderlichkeit

auch die Lauffähigkeit einer Site auf unterschiedlichen Browsern.

Nur in seltenen Ausnahmefällen darf eine Site nicht-barrierefreie Anteile haben (wenn sich z.B. das Angebot nicht technisch barrierefrei umsetzen lässt und es keine konzeptuelle Alternative gibt). Aber auch, oder gerade dann, muss der Programmierer eine barrierefreie Version anbieten, die die gleichen Informationen enthält wie die nicht-barrierefreie Site.

Fazit

Die BITV2 regelt die Bedingungen zur Bereitstellung barrierefreier Informationsangebote. Im Gegensatz zum Beginn des Jahrtausends haben Redakteure und Programmierer bei der Umsetzung einer barrierefreien Site einen erheblich größeren Gestaltungsspielraum. Einige redaktionelle Grundregeln der Auszeichnung müssen dennoch beachtet werden. Durch das Angebot in unterschiedlichen Formaten werden Informationen trotzdem bunter und vielfältiger. SharePoint 2013 Server und SharePoint 2016 Server bieten gute Voraussetzungen für den Aufbau einer barrierefreien Site (SiteCollection).

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