Migration von SharePoint 2013 zu 2019

Auch wenn die Cloud – und allen voran O365 – von vielen Unternehmen forciert wird, gibt es immer noch viele Organisationen, wie beispielsweise Banken und Behörden, welche weiterhin auf On-Prem-Umgebungen setzen.


In vielen dieser Organisationen wurde kein Upgrade von SP2013 auf SP2016 vollzogen, da der Mehrwert doch eher gering war. Anders sieht es mit SP2019 aus. Vor allem die – wenn auch funktional etwas dürftig ausgestatte – Modern Experience bringt für viele Kunden doch einige Vorteile mit sich.


Aufgrund des nicht vorhandenen Migrationspfades von Classic auf Modern bleibt vielen Kunden beim Upgrade auf SP2019 vorerst keine andere Wahl als eine 1:1 – also Classic-to-Classic – Migration, um dann ggf. mittel- bis langfristig von Classic auf Modern zu migrieren.
In diesem Blogbeitrag möchte ich über meine Erfahrungen als fachlicher Teilprojektleiter aus einem großen SP2019-Migrationsprojekt berichten und dabei vor allem auf die Unterschiede von SP2013 zu SP2019 innerhalb der Classic Experience aufmerksam machen.

Rahmenbedingungen des Projekts:

  • SharePoint-Umgebung
  • 4 Farmen: Collaboration - Publishing - Service - Schulung
  • 4 Stages: Entwicklung -> Vor-Integration -> Integration -> Produktion
  • ca. 270 SharePoint Server
  • Projektlaufzeit: März - Dezember 2019
  • Herausforderungen
    • ​Barrierefreiheit
    • unvollständige Dokumentation der Unterschiede seitens Microsoft
  • Migrationsweg: Datenbankupgrade SP2013 -> 2016 -> 2019

Unterschiede 2013 zu 2019

Manche der folgenden Herausforderungen mögen trivial erscheinen, haben aber in gewissen Kontexten eventuell doch größere Auswirkungen:

  • Sonderzeichen in Ordnernamen erlaubt
  • Dateipfad auf maximal 400 Zeichen erweitert
  • Neuer Freigabeprozess bei Ordnererstellung
  • Bearbeiten-Rechte reichen aus, um gelöschte Inhalte aus dem Papierkorb wiederherzustellen
  • Office365-Video und Synchronisieren-Button im Ribbon von Bibliotheken
  • Mehrstufiges Kontextmenü in Listen- und Bibliotheken
  • Spaltentyp "Calculated Column" escaped kein HTML mehr (Das war mit einem CU in 2013 auch schon der Fall, allerdings nur bei nachher angelegten WebApps, das ist in 2019 nicht mehr der Fall)
  • Reporting Excel-Services nur noch im Integrated Mode
  • Navigationspunkte "Seiten" und "Papierkorb" erscheinen in der linken Navigation

Und als letztes der Punkt mit dem größten Impact in unserem Projekt:

  • Der SiteManager ("Inhalt und Struktur") ist nur noch für SC-Admins aufrufbar 

Für viele der 500 dezentralen Webautoren des Intranets war der SiteManager Dreh- und Angelpunkt ihres Doings. Getreu dem Moto "Das haben wir schon immer so gemacht", war diese Umstellung für viele wirklich die reinste Qual.

Bei einem Intranet mit knapp 11.000 Subsites verliert man ohne den SiteManager aber auch leicht den Überblick.

Viele Funktionen konnte man über andere Standard-Wege ablösen, wobei gerade beim Verschieben und Kopieren keinerlei Ersatz im Classic-Umfeld zu finden ist.

Das Kopieren funktioniert zwar über die Funktion im Kontextmenü der Seite, allerdings nur bei Elementen und Dokumenten. Bei Seiten werden hierbei leider keine WebParts kopiert, was die Funktion an der Stelle nutzlos macht. Ein Verschieben wird erst gar nicht angeboten. Hier forciert MS natürlich den Umstieg auf Modern. Allerdings muss an der Stelle auch gesagt sein, dass in der Modern Experience On-Prem nur ein Verschieben innerhalb der gleichen Bibliothek möglich ist, was die Sache auch wertlos macht.

Es bleibt also nichts anderes übrig als die Funktion selbst zu entwickeln. Genau das wird nun – nach einer erfolgreich und beinahe reibungslos verlaufenen Migration nach SharePoint 2019 – angegangen.